25 | 04 | 2017

Aufgaben der dgti


Global sind die Aufgaben der dgti in der Präambel der Satzung beschrieben:

Präambel

Die dgti hat sich zum Ziel gesetzt, die Akzeptanz von Transidenten innerhalb der Gesellschaft zu fördern und deren Stigmatisierung entgegenzuwirken. Sie soll Betroffene und Interessierte beraten und betreuen, sofern dies gewünscht wird. Ein wesentlicher Aspekt der Arbeit sollte die (Re-)Integration von Betroffenen in den Arbeitsprozess sein, um so der Gefahr des sozialen Abstiegs zu begegnen, der heutzutage noch mit dem sozialen Wechsel verbunden ist. Sie tritt für mehr Offenheit der eigenen Identität gegenüber ein und trägt der Vielfalt menschlichen Daseins Rechnung.

Daraus ergeben sich praktisch folgende konkrete Aufgaben:

1. Sammlung und Bündelung von Informationen aus den Bereichen Recht, Medizin und Soziales

2. Hinweis auf bestehende Informations- und "Hilfsangebote", Gruppen und Kontaktstellen (ohne Wertung)

3. Aufbau eines qualifizierten Beratungsangebotes, das flächendeckend arbeiten kann

4. Hilfestellung beim Aufbau von Gruppen

5. Qualifizierung potentieller Helfer und Gruppenleiter

6. Unterstützung von Treffen und Tagungen, wenn dies gewünscht wird

Damit verbietet sich von selbst, dass die dgti

1. eigene Selbsthilfegruppen gründet

2. bestehende Selbsthilfe- und Betreuungsgruppen oder Einrichtungen wertet

3. sich in Aufgaben und Probleme einmischt, die andere bereits qualifiziert bearbeiten

4. Konkurrenzangebote für Treffen oder Tagungen zu Themen erarbeitet, die anderweitig angeboten werden.

Die nimmt für sich in Anspruch eine Plattform zur Bildung einer Lobby für Transgender zu sein. Die Polarisierung, auch durch die Gesetzgebung verankert, auf männlich und weiblich, als ausschließliche Form des Geschlechtes, hat zu viel Leid der betroffenen Menschen geführt. Die Tatsache, dass sich Experten zur Verfügung gestellt haben dieses Eindeutigkeitsprinzip zu unterstützen hat dieses Leid verstärkt. Wir verstehen diese Feststellung nicht als einen Vorwurf an die Gesellschaft, sondern als eine Einladung Gefühl und Denken, entgegen einer erzieherischen und kulturellen Entwicklung, zuzulassen. Die Grenzen sind fließend, Mann und Frau sind nur Eckpunkte eines breiten Spektrums der Schöpfung. Zeugen- und Gebärenkönnen sind biologische Funktionen, die nicht zwingend mit der Geschlechtsidentität verknüpft sein müssen. Wir betrachten es als eine Verarmung unserer Kultur, dass die "medizinische Wissenschaft" Grenzen aufbaut, wo Staunen und Respekt vor den Leistungen der Natur (oder Schöpfung) angebracht wären. Es geht nicht um ein "3. Geschlecht", sondern um die Überwindung starrer Geschlechtergrenzen. Keine Aktivität der dgti darf das Schamgefühl des Individuums in Frage stellen. Wir verlangen aber, dass dies auch für Transgender gilt.

In diesem Sinne arbeitet die dgti auch politisch, ohne den einzelnen Menschen aus dem Auge zu verlieren.